header

Mediation

Mediation ist ein aussergerichtlicher Weg der Konfliktregelung, der alle persönlichen und sachlichen Aspekte zur Bewältigung eines Konfliktes zwischen zwei oder mehreren Beteiligten einbezieht. Mediation strebt eine ergebnisbezogene, verbindliche Problemlösung an, die von den Betroffenen persönlich und freiwillig erarbeitet wird. Die KlientInnen werden hierbei durch eine neutrale bzw. allparteiliche Drittperson, welche keine eigene Entscheidungsbefugnis hat – den/die MediatorIn – unterstützt. Durch das Verständnis der unterschiedlichen Sichtweisen fördert der/die MediatorIn die Dialog- und Kooperationsfähigkeit der Beteiligten, so dass diese fähig werden, im Bewusstsein der für sie ausschlaggebenden Umstände eine wechselseitig interessengerechte, faire Vereinbarung zu entwickeln.

Anwendungsgebiete von Mediation

In den letzten Jahren ist die Mediation als Alternative zu herkömmlichen Konfliktregelungsmöglichkeiten zunehmend bekannt geworden. Dementsprechend wurde ihr Anwendungsgebiet breiter und vielfältiger: Familienmediation wird in Trennungs- und Scheidungssituationen angewendet, bedeutet heute aber beispielsweise auch Mediation zwischen Generationen (z.B. zwischen Eltern und Kindern), in (Patchwork-) Familien, in nicht ehelichen Lebens- und Wohngemeinschaften. Mediation erstreckt sich im Weiteren auf Erbstreitigkeiten und Nachbarschaftsverhältnisse. Sie ist zunehmend gefragt und bewährt in Schulen und in Strafverfahren (Täter-Opfer-Ausgleich). Weiter wird Mediation bei Arbeitskonflikten und Auseinandersetzungen in Verwaltung, Wirtschaft und Politik genutzt, beispielsweise für die Lösungssuche in Umweltfragen und Streitigkeiten im öffentlichen Raum.

Mediation im Familienrecht

Eine Trennung oder Scheidung von Ehegatten oder (eingetragenen) Partnern stellt - nicht nur wenn Kinder betroffen sind - eine emotional sehr belastende Veränderung im Leben der Betroffenen dar. Eine Lösung kann in einem (strittigen Verfahren) vor Gericht erfochten werden; dies ist in der Regel die teuerste, emotional belastendste und zeitlich langwierigste Variante. Empfehlenswerter ist es, dass sich die Konfliktpartner gemeinsam an den Verhandlungstisch setzen und eine für beide Seiten akzeptable Lösung ausarbeiten. Dies ist in verschiedenen Formen möglich: zu zweit mit oder ohne Hilfe von zwei Partei-Anwälten, insbesondere auch durch ein kooperatives Anwaltsverfahren (CL, www.cl-pool.ch und www.svcl.ch). Eine weitere Möglichkeit ist, die Modalitäten von Trennung oder Scheidung in einer Mediation auszuhandeln. Sie bietet gegenüber den erstgenannten Varianten den grossen Vorteil, dass die Konfliktpartner weiterhin gemeinsam über den Streitgegenstand bestimmen und nicht nur die juristischen, sondern auch die menschlichen und familiendynamischen Aspekte gebührend berücksichtigt werden.